MID – Europäische Messgeräte-Richtlinie

Neue Definitionen und Kriterien für Wasser- oder Wärmezähler

MID - Europäische Messgeräte-Richtlinie: Neue Definitionen und Kriterien für Wasser- oder Wärmezähler

Friedrich Clemens, Produkt-Marketing-Manager Submetering
Die neue europäische Messgeräte- Richtlinie (MID – Measuring Instruments Directive) kommt unweigerlich auf alle zu, die sich mit Versorgungsmessgeräten befassen. Seit 31. Oktober 2006 wird sie allgemein angewandt. Vieles wird neu definiert, neue Kriterien kommen hinzu, vertraute Denkmuster und Sprachgebräuche müssen aktualisiert werden. Die Konzentration auf das Wesentliche schafft auch hier den schnellen Durchblick.

LEISTUNGSANFORDERUNGEN ANSTELLE BISHERIGER BAUANFORDERUNGEN

Die MID kennt nur noch Messgeräte wie z.B. Wasser- oder Wärmezähler. Sie enthält für diese Messgeräte allgemeine und gerätespezifische Anforderungen, die unabhängig von deren Bauarten und Messverfahren gelten. Die Messgeräte werden daher auch nur noch entsprechend ihrer Leistungsdaten gekennzeichnet.

NEUE DEFINITION DER KENNZEICHNENDEN DURCHFLUSSGRÖSSEN

Wir kennen bisher die Durchflussgrößen Qmin, Qtrenn, Qn und Qmax. Unter MID werden diese mit Q1, Q2, Q3 und Q4 bezeichnet. Dabei stehen Q1 und Q2 für die bisherigen Qmin und Qtrenn, Q3 ist der neue Nenndurchfluss und schließlich Q4 der Überlast-Durchfluss. Auch die Verhältnisse, in denen diese Werte zueinander stehen, wurden neu definiert: Q2/Q1 = 1,6; Q4/Q3 = 1,25 und Q3 /Q1 nach einer Normzahlenreihe R …

Qn wird umbenannt in Q3

Die bisher als Qn bekannte Nenngröße eines Zählers wird ersetzt durch den Dauerdurchfluss Q3, der auf dem Zähler angegeben wird. Diesen kann der Hersteller innerhalb einer vorgegebenen Normzahlenreihe selbst definieren. Über diese Festlegung und mit dem gewählten Verhältnis Q3/Q1 = R ergibt sich der Mindestdurchfluss Q1. Dabei sind sowohl die zulässigen Q3-Werte als auch die möglichen Verhältnisse nicht beliebig festlegbar, sondern müssen aus vorgegebenen Tabellen ausgewählt werden. Es ist also Aufgabe des Herstellers, hier die für seine Messgeräte und die damit verfolgten Marktanforderungen optimalen Werte auszuwählen bzw. zu definieren. Da also der neue Q3-Wert von zwei variablen Größen abhängig ist, ergeben sich hier oft ungewohnte Definitionen. So gibt es z.B. Qn 1,5 nicht mehr in der Tabelle der Q3-Werte, und ein Zähler der früheren Qn 2,5 wird wegen der Durchfl ussverhältnisse als Q3 4 definiert werden.

„Messbereich“ ersetzt die bisherigen „Metrologischen Klassen“

Der sog. Messbereich tritt an die Stelle der bisherigen metrologischen Klassen. Er ist das Verhältnis (engl. Ratio) zwischen Q3 und Q1 und ist ein durch die MID neu eingeführtes Kriterium um das jeweilige Messgerät zu qualifizieren. Der Messbereich muß daher auch auf dem Messgerät angegeben werden, und zwar z.B. in der Schreibweise R 160. Das würde dann bedeuten, dass das Messgerät einen Messbereich hat, der das 160-fache des Mindestdurchflusses beträgt. Faustformel: Je höher das Verhältnis, also die Zahl hinter dem R, desto größer der Messbereich und desto besser bzw. messempfindlicher der Zähler. Beispiel: Ein bisheriger Nassläufer-Zähler Qn 2,5 Klasse B, wird künftig folgende Leistungsdaten haben: Q1 = 25 l/h; Q2 = 40 l/h; Q3 = 4 m³/h; Q4 = 5 m³/h; Messbereich Q3/Q1= R = 160. Er wird also deklariert sein als Q3 4; R 160.

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