MSR Planung im Baugewerbe – VDI 3813 und VDI 3814

Raumautomation und Gebäudeautomation sollen zusammenwachsen

Raumautomation und Gebäudeautomation sollen zusammenwachsen

Je größer und komplexer Bauprojekte sind, umso wichtiger ist es, schon in der Planungsphase möglichst präzise Vorgaben zu machen. Um die Planung und Ausführung von Anlagen der Raumautomation eindeutig zu definieren, hat der VDI bereits 2011 den Weißdruck der VDI 3813 herausgebracht – durchgesetzt hat sich diese Richtlinie indes noch nicht. Die Tool-Hersteller sitzen jetzt aber mit am Tisch, wenn der VDI-Ausschuss die Überarbeitung und Zusammenführung der Richtlinien VDI 3813 und VDI 3814 diskutiert.

Der Grund dafür, dass sich die Richtlinie VDI 3813 in den vergangenen Jahren nicht am Markt etablieren konnte, ist im Wesentlichen im Bereich der Funktionsblöcke zu suchen. Gemäß der Richtlinie soll bereits der Planer die Zusammenhänge der Funktionen im Automationsschema vorgeben. Doch damit würde er bereits einen Teil der Programmierung übernehmen – eine Aufgabe der ausführenden Firma. Vergütet bekommt der Planer diese Tätigkeit natürlich nicht. Als zusätzliches Problem kommt hinzu, dass die Darstellung zu möglichen Nachträgen führen kann, die dann die ausführende Firma aufgrund von nicht korrekten Verbindungen zwischen den Funktionsblöcken durchführen müsste.

Die ursprünglichen Ziele der Richtlinie waren die Eindeutigkeit in der Abrechnung und der Verzicht auf verbale Beschreibungen der Funktionen. Erreicht werden sollte dies durch Makros, die in Blatt 2 definiert sind, und die bereits alle Funktionsblöcke für eine Gesamtfunktion enthalten. Diese sollten dann als “Blackbox” in das Automationsschema eingefügt werden. Die Makros sind aber teilweise aus Objekten definiert, die es im Blatt 1 noch nicht gibt. Die Folge sind Inkonsistenzen, da es für diese Objekte keine Beschreibung der Funktionsblöcke im Blatt 1 gibt. Der große Vorteil, der die Verwendung von Tools wie TRIC, CASE und WSCAD BA bietet – nämlich die Übernahme der Planungsdaten in die Ausführung unter der Verwendung von Adressierungsschlüsseln – , ist dadurch jetzt nicht mehr möglich. Denn statt physikalischer Ein- und Ausgänge, auf denen die Adressierungsschlüssel beruhen, werden lediglich Funktionen beschrieben. […]