Entrauchung und Entlüftung von Parkgaragen

Kanalgeführte Abluftanlagen im Vergleich mit Jet-Ventilations-Systemen

Die Praxis zeigt, dass noch viele Planer, ausführende Firmen und Sachverständige über nur geringe Erfahrungen bei der Planung und Ausführung solcher Anlagen verfügen. Deshalb werden Anlagenkonzepte, Steuerungen und Komponenten sowie vieles andere von den Ventilatorenherstellern als kostenlose Zusatzleistungen verlangt.

Dipl.-Ing. (FH) Dietmar Nauerz, Dipl.-Ing. Udo Jung
Die Entrauchung und Entlüftung von Parkgaragen kann auf zwei Arten erfolgen: über ein kanalgeführtes oder ein Jet- Ventilations-System. Beide Abluftanlagen entsprechen der GarVO und unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des Designs. Alltag in Einkaufszentren und Vergnügungsparks: Zum Ladenschluss oder nach Veranstaltungen verlassen Kunden und Besucher die komplexen Gebäude in ihren Kraftfahrzeugen. In den Parkgaragen entsteht schlagartig ein beängstigender Anstieg der Abgaskonzentration. Das stellt für ein ausgereiftes CO-Managementsystem mit den entsprechenden Bauteilen und Anlagen zur Entlüftung kein Problem dar. Und genauso selbstverständlich sollte auch ein Entrauchungssystem im Brandfall sicher und auch zuverlässig funktionieren.

Architekten, Ingenieure der technischen Gebäudeausrüstung und Bauherren können zwischen zwei Systemen wählen, um die Entrauchung und Belüftung von Garagen sicherzustellen. Zum einen das konventionelle kanalgeführte System, zum anderen ein Jet-Ventilations- System (JVS). Beide entsprechen den Ausführungsbestimmungen der gültigen Garagenverordnung. Die wichtigsten Komponenten beim Aufbau einer Belüftungs- und Entrauchungsanlage sind:

  • Ventilatoren
  • elektrische Anschluss- und Schaltanlagen
  • CO-Warn- und Steueranlagen.

Jet-Ventilations-Systeme für Parkgaragen werden inzwischen in technischer und optischer Vielfalt von nahezu allen Ventilatorenherstellern angeboten. Betrachtet man die Details und studiert die in der Praxis unterschiedlich umgesetzten Anlagenbeispiele, so wird deutlich, dass diese Technik mehr beinhaltet als nur eine weitere Komponentenentwicklung mit ansprechendem Design.

Themen wie Gebäudestruktur, Anwendung, Schutzzielbetrachtung und die Gesamtheit eines solchen Systems spielen zwar zu Beginn der Planungen die entscheidende Rolle, doch werden sie leider oft im weiteren Projektverlauf immer mehr vernachlässigt. Eine permanente Überprüfung, ob die angestrebten Schutzziele des primär konzipierten Anlagensystems trotz der im Zuge des “Tagesgeschäfts” beschlossenen Veränderungen erreicht werden, erfolgt meist nicht.

Dieser Fachartikel soll zeigen, wie wichtig es ist, dass sich Gebäude- und Fachplaner, Gutachter, Behörden, welche die Anlagen abnehmen, Ventilatorenhersteller in ihrer Eigenschaft als Systemlieferanten und technische Koordinatoren, Anlagenbauer und die Feuerwehren schon in der Entwurfs- und Planungsphase permanent über die speziellen Bedingungen und technischen Feinheiten miteinander abstimmen, vor allem bereits in der Entwurfsphase eines Gebäudes. Es sind hier auch die Architekten angesprochen. […]

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