Wiederkehrende Prüfung ohne Abschalten

Differenzstrom-Überwachungssystem – Ableit- und Differenzströme der gesamten Anlage permanent messen

Differenzstrom-Überwachungssystem - Ableit- und Differenzströme der gesamten Anlage permanent messen

Michael Faust, Jörg Irzinger
Die Isolationsmessung RISO als Teil der wiederkehrenden Prüfung elektrischer Anlagen kann nur im abgeschalteten Zustand durchgeführt werden. Häufig ist eine Abschaltung der Stromversorgung mit hohen Ausfallkosten verbunden oder gar unmöglich (z. B. in Rechenzentren oder auf Intensivstationen). Vorschriften und Normen bieten jedoch zwei Alternativen für den sicheren Betrieb von Anlagen, die immer verfügbar sein müssen – ohne Abschaltung: die permanente Differenzstrommessung oder die ständige Messung des Isolationswiderstandes in der ungeerdeten Stromversorgung. Im geerdeten Netz besteht die Möglichkeit, mit Differenzstrom-Überwachungssystemen Ableit- und Differenzströme der gesamten Anlage permanent zu messen und auszuwerten. Hierbei werden Verschlechterungen in der Isolation erkannt und gemeldet. Eine weitere Möglichkeit bietet die ungeerdete Stromversorgung (IT-System) mit einem Isolationsüberwachungsgerät, welches den Isolationswiderstand der Anlage permanent misst. In beiden Fällen ist bei der wiederkehrenden Prüfung eine Anlagenabschaltung nicht notwendig. Darüber hinaus beinhaltet das IT-System noch weitere wesentliche Vorteile für hochverfügbare Anlagen.


Was sagt die Norm
Für einen sicheren Anlagenbetrieb, der wichtigsten Aufgabe für Betreiber und Anlagenführer, gibt es zahlreiche Vorschriften, Normen und Gesetze, die den Rahmen des sicheren Betreibens definieren. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die wiederkehrende Prüfung der elektrischen Anlage.Diese kann zu großen Teilen im laufenden Betrieb durchgeführt werden, mit Ausnahme der Isolationsmessung RISO (vgl. DIN VDE 0100-600: 2008-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 6: Prüfungen 61.3.3 Isolationswiderstand der elektrischen Anlage). Für die Messung des Isolationswiderstands zwischen aktiven Leitern und dem mit Erde verbundenen Schutzleiter muss die Anlage abgeschaltet werden. Überspannung- Schutzeinrichtungen (ÜSE) und die Mehrzahl der Betriebsmittel müssen abgeklemmt werden, um Beschädigungen zu vermeiden. Dann erfolgt eine Messung des Isolationswiderstands mit Gleichspannung. Im geerdeten Netz (TNSystem) muss hierfür die oft schwer zugängliche PEN-PE-Verbindung (Zentraler Erdungspunkt ZEP) entfernt werden.

Alternativen
Doch bieten Normen und Vorschriften Alternativen. Eine permanente Überwachung des Isolationsniveaus der elektrischen Anlage erlaubt der Elektrofachkraft eine Anpassung der Prüffristen für die wiederkehrende Isolationsmessung: DIN VDE 0105-100:2009-10 Betrieb von elektrischen Anlagen 5.3.101.0.4 Bei Anlagen, die im normalen Betrieb einem wirksamen Managementsystem für vorbeugende Unterhaltung und Wartung unterliegen, dürfen die wiederkehrenden Prüfungen durch die angemessene Durchführung einer dauernden Überwachung und Wartung der Anlage und all ihrer Betriebsmittel durch Elektrofachkräfte ersetzt werden. Geeignete Nachweise müssen zur Verfügung gehalten werden. In der DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) wird ebenfalls die Möglichkeit eingeräumt, durch eine ständige Überwachung die Fristen für Prüfungen zum Erhalt des ordnungsgemäßen Anlagenzustandes anzupassen: Durchführungsanweisung zur DGUV Vorschrift 3: Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel gelten als ständig überwacht, wenn sie kontinuierlich

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